signed by kaplan - haben und nicht haben

Signed by Kaplan: Haben und Nicht Haben

Dies ist eine übersetzte Version. Die Originalversion finden Sie hier.

Man kann bewiesenermaßen argumentieren, dass es nur eine Sache gibt, die schlimmer ist, als Geld im Casino zu verlieren: Geld zu gewinnen, um es dann, ohne triftigen Grund, wieder abgenommen zu bekommen. Wie kürzlich verdeutlicht wurde, sind Casinos nicht dazu verpflichtet, einen Gewinn auszuzahlen, wenn bewiesen werden kann, dass ein Spielautomat mehr ausgezahlt hat, als er ursprünglich sollte – ob dies aufgrund einer Handlung eines Spielers oder einer Störung seitens der Maschine geschieht, ist dabei unerheblich.

Das wurde auch Katrina Bookman schmerzlich bewusst, als sie augenscheinlich fast 43 Millionen US-Dollar gewann – was sie durch ein Selfie beweisen kann – nachdem eine Slotmaschine ihr den Gewinn eines massiven Jackpots am Resort World Casino in Queens, New York City, anzeigte. Es ist natürlich nicht überraschend, dass Katrina sich vor Aufregung wie betäubt fühlte, als die Maschine das Versprechen auf diese riesige Summe Geld ausspuckte. Es war nicht weniger als lebensverändernd!

Nach einer schlaflosen Nacht, die Art, die wohl jeder Spieler einmal zu erleben hofft, machte sich Brookman am nächsten Tag auf den Weg zum Resorts World, um herauszufinden, wie viele Millionen genau sie mit nach Hause nehmen könnte, und wie genau die Zahlung ablaufen würde. Wie sie WABC News in New York berichtete, traf sich ein Angestellter des Casinos mit ihr. Er hatte weniger gute Nachrichten und auf die Frage „Was habe ich gewonnen?“ antwortete er: „Sie haben gar nichts gewonnen“, erinnerte sich Bookman.

Dies entsprach nicht zu 100 % der Wahrheit. Das Casino kommunizierte, dass der Spielautomat eine Störung hatte, da eine derartige Summe niemals ausgezahlt werden würde, und sie Anspruch auf eine Summe von insgesamt 2,25 Dollar habe. Bookman engagierte daraufhin einen Anwalt und ist dazu bereit, sich auf die maximale Gewinnsumme der Maschine von 6.500 Dollar zu einigen. Das Casino zeigt sich jedoch wenig bereit, auf diesen Kompromiss einzugehen.

Wie viele Spieler sah sie die Situation sportlich. Sie war eindeutig der Meinung, dass sich die Dinge schon regeln würden. „Ich sollte das Maximium gewinnen“, sagte sie, „Und ich sollte den Casino-Angestellten, [der die schlechte Nachricht überbrachte] zu einem Steak einladen“ – sobald das Geld da wäre.

Bookman ist nicht die Einzige, die so übers Ohr gehauen wurde. Spieler in Iowa, Washington und Oregon hatten ähnliche schlechte Karten, als defekte Spielautomaten zu viel auszahlen wollten. In all diesen Fällen kämpften die Casinos mit harten Bandagen um nicht zahlen zu müssen. In wenigstens einer Instanz fand der Glücksspiellager die Unterstützung eines Richters, der erklärte, dass die Gewinne nicht ausgezahlt werden müssen.

Cynthia Obie befand sich in einem graueren Bereich als Bookman. Sie wurde XXXXXX wegen menschlichen Versagens, nachdem ein Spielautomat im National Harbour Casino in Maryland ihr einen guten Gewinn geboten hatte. Obwohl die exakte Gewinnsumme unbekannt ist, wird eine Zahl im hohen 5-stelligen Bereich vermutet. Da es bei größeren Gewinnen so üblich ist, musste Obie ihren Ausweis und ihre Sozialversicherungsnummer vorzeigen. An dieser Stelle wurde allerdings ein Fehler gemacht und die Sozialversicherungsnummer falsch aufgeschrieben. Die falsche Nummer gehörte zu einer Person die hohen Schulden Kindesunterhalt angehäuft hatte.

Obie wurde mitgeteilt, dass sie ihren Gewinn nicht erhalten könne, da es dem Casino rechtlich verboten sei, Auszahlungen an Eltern zu tätigen die den Unterhalt für ihre Kinder nicht zahlen. Es gab nur ein Problem: Obie war nicht diese Person. Die Versicherungsnummer war falsch und identifizierte sie nicht. Gegenüber den Medien berichtete sie: ‚Nein, das kann nicht stimmen, meine Töchter sind alle erwachsen. Ich habe niemals Unterhalt zahlen müssen. Das kann einfach nicht stimmen.“

Vertreter von MGM beteuerten, dass sie nichts tun könnten, um die Situation zu bereinigen. Es wurde deutlich, dass Obie die Angelegenheit direkt mit der Spielkommission von Maryland klären muss. Nur wie sollte sie das anstellen?

Glücklicherweise lag der Fehler wiederholt bei MGM. Es war nicht Obie’s Aufgabe die Spielkommission zu kontaktieren. Kurz nachdem die SNAFU in den Medien zu sehen war, wurde das Problem wie von Zauberhand geklärt und Obie bekam ihren Gewinn. Damit hatte sie sehr viel mehr Glück als viele Andere, auch dank der rechtlich eindeutigeren Situation.

Andererseits hatten Obie und die anderen Glück, nicht mit Handschellen gefesselt hinter Gitter im Clark County Detention Center in Las Vegas zu landen. Das passierte so John Kane, einem Klavier Virtuosen, dessen Slot Maschinen Sage eine große Frage aufwirft: Was passiert, wenn jemandem ein Fehler in einem Automaten auffällt, wie in diesem Falle in einem Video-Poker Automaten, der einfach ausgenutzt werden kann und hohe Gewinne generiert? Liegt es in der Verantwortung des Casinos, so etwas zu unterbinden? Oder ist es der Spieler, der eine solche Schwachstelle nicht ausnutzen darf, auch wenn sie das Potenzial hat, Millionen zu generieren?

Alles begann mit einer Funktionsstörung im Video Pokerspiel Game King. Jahrelang fiel sie niemandem; oder zumindest nicht den Verantwortlichen auf, wobei es unmöglich ist, zu bestimmen, wie viele Spieler diese Störung schon unerkannt ausnutzten. Einem Report im Wired Magazin zufolge, fiel dem erfolgreichen Spieler Kane auf, dass er mit einer bestimmten, komplexen Sequenz beim Drücken der Automatenknöpfe, den Computer des Automaten dazu manipulieren konnte, den 50-fachen Einsatz als Jackpot auszuzahlen.

Diese Erkenntnis führte zu einer einfachen Strategie: Spiele mit den kleinsten Einsätzen, verliere bei niedrigeren Stufen und wenn der Jackpot aktiviert ist, täusche dem Automaten vor dem höchsten Einsatz entsprechend auszuzahlen. Für Kane und seinen Freund Andre Nestor war es wie eine Lizenz zum Geld-Drucken. Der Trick funktionierte einheitlich an allen Game-King-Automaten, in allen Casinos. Sie legten so viel Kapital um und hofften, dass das Spiel für immer funktionieren würde. Wired zufolge hat Nestor an nur einem Tag das Wynn Casino in Las Vegas mit diesem Trick um 61.000 Dollar erleichtert.

Alles, was die Freunde tun mussten, war cool zu bleiben und kleine Gewinne in vielen Casinos rund um die Welt einzustreichen, minimale Einbußen hinnehmen, um nicht aufzufallen und niemand würde ihnen jemals auf die Schliche kommen. Jedoch wurde aus dieser offensichtlichen Taktik, recht schnell ein ‚Zu Viel zu Früh‘. Innerhalb von Tagen wurden die Gewinne groß genug um verdächtig zu wirken. Casino Bosse verwiesen die Spieler und schickten die Automaten zur Reparatur. Anschließend wurden die beiden Spieler festgenommen und der Verschwörung und des Betruges an Computern angeklagt.

Niemand musste für längere Zeit ins Gefängnis, vor allem weil keiner der beiden den jeweils Anderen verraten wollte und somit kaum Beweise vorlagen. Nestor allerdings musste alle seine Gewinne zurückgeben und bekam zusätzlich Ärger mit der Steuerbehörde wegen Steuernachzahlungen. Was mit Kane passiert, ist noch unklar. Der Grund dafür ist, dass es starke Argumente dafür gibt, dass die Nutzung der Fehler in Automaten kein Betrug sei und jeder Spieler einen derartigen Systemfehler ausgenutzt hätte.

Die Aufdeckung der profitablen Sequenz zog viele Anhörungen mit sich, in welchen Kane’s Anwalt verdeutlichte, dass ‚Alles was diese Leute getan haben, ist eine bestimmte Abfolge von Knöpfen zu drücken, was in keinster Weise verboten ist.‘

Allerdings widersprachen die Ankläger und Casino Anwälte dieser Darstellung. Und wie alle Spieler nur zu gut wissen, das Casino gewinnt immer.

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ÜBER MICHAEL KAPLAN

Mit vier Büchern (und mehr auf dem Weg) und Hunderten von Artikeln ist Michael Kaplan einer der erfahrensten Autoren in Bezug auf Glücksspiel.

Er hat große Geschichten wie berühmte Spieler wie Phil Ivey und Phil Hellmuth für Veröffentlichungen wie Wired, Playboy, Cigar Aficionado, New York Post und New York Times veröffentlicht. Er lebt in New York, wo er regelmäßig für die Post schreibt.