Gewinnserien beim Blackjack: Das sind unsere Favoriten

Gewinnserien beim Blackjack: Das sind unsere Favoriten

Michael Kaplan

Dieses berauschende Gefühl einer echten Glückssträhne am Blackjack-Tisch ist doch mit das schönste, welches es im Glücksspiel überhaupt gibt. Da spielt es auch keine Rolle, ob der Einsatz bei 10 Euro liegt oder satte 10.000 Euro pro Hand riskiert werden. Fortuna ist auf eurer Seite, jede neue Karte ist ein Volltreffer. Ihr könnt einfach nichts falsch machen, alles funktioniert! Ein Paar Achten gegen eine 10 splitten? Aus mathematischer Sicht stets sinnvoll, aber auch immer mit einem gewissen Risiko behaftet, klappt! Double Down bei geringem Einsatz und mit einer 11 gegen den König des Dealers? Irgendwie schlängelt ihr euch zum Sieg durch! Die Chips vor euch stapeln sich und ihr brecht vor Sonnenaufgang auf, um diese positiven Ergebnisse so lange wie möglich zu genießen.

Hier sind fünf Spieler, die einen echten Lauf (oder zwei) hatten, bei ihren Glückssträhnen viel gesetzt haben und mit prallgefüllten Taschen den Heimweg antreten konnten.

Casino in rote Zahlen gestürzt

Wer den Namen Don Johnson hört, denkt eventuell an die Miami Vice-Legende und ziemlich guten Schauspieler oder an einen der berühmtesten Blackjack-Spieler mit Nerven aus Drahtseilen. In unserem Fall ist natürlichem vom letzteren Don die Rede. Er hatte mit Wetten auf Pferderennen ein Vermögen verdient und fand heraus, dass sich in den Casinos von Atlantic City sehr hohe Angebote und Rabatte abgreifen lassen. Spiele mit vorteilhaften Regeln, großen Discounts und das zu hohen Einsätzen.

Johnson scharte einige talentierte Advantage Player um sich, die ihm beim Kartenzählen assistierten, beim Shuffle Tracking unterstützten oder bei der Hole Card nützliche Dienste erwiesen. Und wie! Die Crew verhalf Johnson zum Legendenstatus im Glücksspiel und ebnete ihm den Weg zum Spitznamen „Don Fucking Johnson“, wie er gerne genannt wird. „Das Caesars Casino (in Atlantic City) zu besiegen und in 12 oder 13 Stunden 4,23 Millionen Dollar abzuräumen, hat alles verändert“, sagte mir Johnson. „Ich hatte wirklich Glück, kontrollierte das Spieltempo und hatte tolle Umstände.“

Doch die Gewinnserie von Johnson war noch lange nicht vorbei. Denn kurz nach seinem Millionengewinn im Caesars räumte er rund 6 Millionen Dollar im Tropicana ab. Das hatte unterm Strich auch große Auswirkungen auf das Quartalsergebnis des Casinos. Und wie feiert man solch einen Erfolg? Johnson zumindest gar nicht: „Ich gehe auf mein Zimmer und schlafe. Denn normalerweise bin ich müde.“

Palms Casino ausgenommen

Den meisten dürfte Dana White als aktueller Präsident der Ultimate Fighting Championship (der Mixed Martial Arts-Organisation aus den USA, die als UFC bekannt ist) geläufig sein. Aber unter den Pit-Bossen und Casino Managers eilt White ein Ruf als furchterregender Blackjack-Spieler mit Knock Out-Fähigkeiten voraus. Besonders mit dem Palms in Las Vegas verbindet er ein angespanntes Verhältnis, wo er an den Tischen nicht mehr gerne gesehen ist. White gewann 2 Millionen Dollar im Palms und wurde angehalten, dort nicht mehr zu spielen. Doch das Casino Management machte einen Rückzieher und rollte White die „Willkommens“-Fußmatte aus – in der Hoffnung, er würde sein Geld wieder verlieren. Am Ende sollte es aber anders kommen. Nachdem White weitere 2 Millionen Dollar abräumte, wurde er zum zweiten Mal vom Casino verstoßen.

Normalerweise wird so mit erfahrenen Advantage Spielern verfahren. Doch auch wenn White oftmals als solch einer wahrgenommen wird, will er davon nichts wissen. „Viele Leute denken, dass ich die Karten zähle…“, sagte er gegenüber dem Las Vegas Review Journal und ergänzte. „Aber ich bin alles andere und denkbar weit von einem Kartenzähler entfernt!“

Wenn es sich auszahlt, nicht zu wissen, was man überhaupt tut

Der Hedge Fonds Manager Michael Geismar ist Präsident von Quantitative Investment Management. Ein Finanzunternehmen, welches komplexe Algorithmen verwendet, um das Milliardenvermögen seiner gut betuchten Kundschaft so profitabel wie möglich zu verwalten. Als er im Rahmen einer Geschäftskonferenz in Las Vegas war, fasste Geismar den Entschluss, sein Glück beim Blackjack zu versuchen.

Er setzte sich ein Limit von 10.000 Dollar und begann zu spielen. Zuvor kaufte er sich noch im Souvenirladen des Casinos eine kleine Karte mit den grundlegenden Strategien. Diese liefern Empfehlungen für jede Situation beim Blackjack, werden aber selbst von den meisten Amateuren verachtet. Doch Geismar hielt sich an die Vorgaben und so verwandelte er sein 10.000 Dollar schweres Startkapital bis zum Ende des Tages in ein kleines Vermögen in Höhe von 460.000 Dollar. Seine Glückssträhne hielt an. Denn nach ein paar weiteren, von Zufall geprägten Sessions, schraubte er seinen Gewinn bis zu 710.000 Dollar in die Höhe. Das bereits abzüglich einiger zehntausender Dollar an Trinkgeldern. „Ich wollte unbedingt spielen“, wurde Geismar im Wall Street Journal zitiert. „Allerdings habe ich nicht ernsthaft daran geglaubt, nur ansatzweise so viel zu gewinnen.“

Star-besetzte Glückssträhne

Prominente und Stars sind gern gesehene Gäste in Casinos. Die VIPs, die zufälligerweise auch High Roller sind, werden regelrecht umworben und verwöhnt. Denn sie neigen nicht nur dazu, ein Haufen Geld zu verlieren, sondern fungieren zugleich auch als kostenlose Werbeträger und üben eine hohe Anziehungskraft auf alle ‚Normalos‘ aus. Doch das diese Rechnung nicht immer aufgeht, beweist der Aufenthalt von Ben Affleck im Hard Rock Casino in Las Vegas. Der Hollywood-Star wurde gebeten, in dieser Location nicht mehr Blackjack zu spielen. Das dürfte mit einer Siegesserie im direkten Zusammenhang stehen, die Affleck angeblich 140.000 Dollar in einer Session bescherte. Nur um ein Jahr spätere weitere 800.000 Dollar im Hard Rock Casino abzugreifen.

Die Überwachungskamera soll den Schauspieler jedoch beim Kartenzählen erwischt haben. Dabei zeigte sich das Casino auch von der Großzügigkeit Afflecks nicht sonderlich beeindruckt, der den Großteil seines ersten Gewinns in Form von Trinkgeldern verschenkte. So durften sich angefangen von den Dealern bis hin zu den Türstehern die Mitarbeiter über ein üppiges Tipp freuen. Leicht verärgerte ließ Affleck dem Männermagazin Details wissen: „Obwohl ich anständig spielte, bat mich das Casino, nicht mehr Blackjack zu spielen. Gut in diesem Spiel zu sein, verstößt gegen die Regeln der Casinos. Das ist Tatsache und sollte ausreichend über Casinos sagen.“

Der Milliardär der das Spielen liebte (und dem es egal ist, was andere darüber dachten)

Der australische Medienmogul Kerry Packer war zu Lebzeiten für seine schwindelerregenden Einsätze an den Blackjack-Tischen bekannt – und er wusste, wann er aufhören musste. Von den Casino Managern wurde er als Hit-and-Run Spieler verunglimpft. Doch dem Ende 2005 verstorbenen Packer war das schlicht egal und er blieb sich seiner Spielphilosophie bis zum Ableben treu. Bis zu sechs Hände spielte Packer parallel und setzte dabei bis zu 250.000 Dollar pro Blatt!

Einzig seine extreme Großzügigkeit konnten die atemberaubenden Erfolge übertreffen. Dem Vernehmen nach soll der Milliardär das MGM Grand an einem Abend um rund 20 Millionen Dollar erleichtert haben. Doch Packer bereitete es viel Freude, seinen Reichtum zu teilen und es wird gemunkelt, dass er in der selben Nacht rund 7 Millionen Dollar an Trinkgeldern springen ließ. Einer Bardame soll er 85.000 Dollar zugesteckt haben, die das Geld prompt zur Abzahlung ihres Hauses nutzte.

Aber dem australischen High-Roller, der in Anlehnung einer riesigen Eidechsen-Art in seiner Heimat auch Goanna genannt wurde, umgeben noch weitere Blackjack-Mythen. So soll er bei einem anderen Casino-Besuch 20 Hände mit jeweils bis zu 250.000 Dollar in Folge gewonnen haben. Eine namentlich nicht genannte Casino-Quelle sagte mir aber auch, dass er während den letzten 15 Jahren seines Lebens über 20 Millionen Dollar in Las Vegas verlor. Die Casino-Bosse sollen sich nicht gerade wohlgefühlt haben, solch eine gigantische Summe von einem Mann abgenommen zu haben, der Pleiten und Pechsträhnen besser akzeptierte als es die Casinos selber tun – darunter auch ein Verlust von 16,5 Millionen Dollar in Crockfords in London. „Am Ende waren aber alle der Meinung: ‚Zum Teufel mit diesem Kerl’“, ließ mich Steve Cyr, der Sprecher des Casinos, wissen. „Es wurde beschlossen, ihn auf ein Einsatz von 25.000 Dollar pro Hand zu beschränken.“

Doch nicht nur den Casino Führungskräfte in Las Vegas bereiteten Packer mit seinen gewaltigen Einsätzen Bauchschmerzen. Von einem australischen Politiker musste sich der Medienmogul für sein zügelloses Glücksspiel ordentlich Kritik gefallen lassen. Das ließ Packer jedoch kalt und er feuerte verbal zurück: „Es ist mein Geld. Ich habe das Recht, es so auszugeben, wie ich es will.“

Der Artikel wurde aus der Originalsprache ins Deutsche übersetzt